Informationen zu Bio-Wein

Ist Biowein ein besserer Wein? Kann man das “Bio“ im Wein schmecken?

Ob ein Wein ein Biowein ist oder nicht, das kann man vermutlich in den allermeisten Fällen nicht schmecken.  Und dennoch ist Biowein in vielen Punkten ganz anders als konventionell angebauter Wein.

Wir sind sicher, dass die Natur einen Biowein immer einem konventionell angebauten Wein ...

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vorziehen würde.  Schon aus den folgenden wenigen Zahlen zeigt, sich, dass Weinbau eine Intensivlandwirtschaft darstellt. Wir möchten bei allen von uns angebotenen Produkten, dass diese, so umweltschonend wie möglich erzeugt werden.  Deshalb möchten wir einen gesunden, möglichst unbelasteten Wein aus einem gesunden Boden und aus einer gesunden, artenreichen Umwelt.

 „In zahlreichen wissenschaftlichen Studien wurde nachgewiesen, dass Pflanzenschutzmittel über die Nahrungskette indirekt eine der Hauptursachen für Bestandsrückgänge bei verschiedenen Feldvogelarten, wie zum Beispiel der Feldlerche, der Goldammer oder des Rebhuhns sind. Auch der weltweit beobachtete Rückgang von Blütenbestäubern wird in einen Zusammenhang mit dem Rückgang von Blütenpflanzen gestellt. „(Quelle: Umweltbundesamt).

Obwohl die Weinbaufläche in Deutschland nur etwa 0,6% der landwirtschaftlichen Ackerbaufläche entspricht, werden im Weinbau im Vergleich z.B. fast 39% der Fungizide (Mittel gegen Pilzbefall) eingesetzt (Quelle: Aus Zahlen den BMEL- Absatz von Pflanzenschutzmitteln in 2015). 

 

Spritzen Biowinzer nie?

Doch, Biowinzer müssen sogar meist noch öfter spritzen aber sie spritzen für die Natur und den Menschen harmlose, natürliche Mittel.  Das können viele Mittel sein, vom feingemahlenen Gesteinsmehl über Schwefel, bis hin zu oft selbst angesetzten Pflanzenbrühen, wie z.B. aus Brennnesseln oder Schachtelhalm um nur einige wenige zu nennen.  Auch Fenchelöl, Schachtelhalmextrakte, Orangenöl oder Backpulver gehören beispielsweise dazu. Der Bio-Weinbauer legt mit Blick auf Nachhaltigkeit großes Augenmerk auf die vorbeugende Stärkung der Rebstöcke, eine artenreiche Begrünung mit Stickstoffsammlern, Kräutern sowie Gräsern zwischen den Rebzeilen und beispielsweise die Ansiedelung von Raubinsekten. Einen vitalen Weinberg erkennt selbst der Laie. Noch sind auch im Bioweinbau Pilzkrankheiten ein großes Problem vieler Biowinzer.  Derzeit helfen, sofern der Befall nicht mit vorbeugenden biologischen Maßnahmen verhindert werden konnte hier nur Kupferpräparate.  Sie dürfen aber nur bestimmte, relativ niedrig bemessene Höchstmengen je Hektar ausbringen und müssen dies auch ihrer jeweiligen Kontrollstelle melden. Im Vergleich sind im Bioweinbau die eingesetzten Kupfermengen meist weit geringer als im konventionellen Anbau.

 

PIWI – pilzwiderstandsfähige Rebsorten

In den letzten Jahren wurden verstärkt PIWI-Rebsorten gezüchtet. Zunächst konnten viele dieser Sorten geschmacklich nicht so ganz überzeugen. Heute sind jedoch viele wundervolle PIWI-Sorten im Anbau und in den Flaschen.

Pilzwiderstandfähige Neuzüchtungen zeichnen sich durch eine Toleranz beispielsweise gegenüber Echtem und Falschem Mehltau aus - eine durch Einkreuzung mit überwiegend amerikanischen Reben angezüchtete Eigenschaft dieser Rebsorten. Dieser natürliche Abwehrmechanismus fehlt den alten europäischen Reben. Aus diesem Grund drohte ab Mitte des 19. Jahrhunderts dem Weinbau hierzulande - spätestens, nachdem sich zu Peronospora und Oidium auch noch die aus USA eingeschleppte Reblaus gesellte - der komplette Untergang. Bis dahin wurde Weinbau übrigens generell biologisch ohne Einsatz synthetischen Pflanzenschutzes betrieben.

 

Und was machen Biowinzer  im Keller anders?

Seit 2012 regelt auch hier eine EU-Vorschrift die hohen Mindeststandards, welche Produkte und Hilfsmittel beim Keltern, Maischen und beim Ausbau der Bioweine im Keller zugelassen sind. Viele Anbauverbände, wie Bioland, Ecovin oder Demeter haben noch weit strengere Kriterien. Unter anderem werden darin viel niedrigere Höchstmengen für die Schwefelung der Weine als in der konventionellen Kellerwirtschaft festgelegt. Die Schwefelung  des Weins mit Schwefeldioxid dient der Haltbarkeit der Weine.

Nach unserer jahrzehntelangen Erfahrung arbeiten Biowinzer im Keller ganz besonders sorgfältig, denn sie mussten schon beim Anbau der Trauben viel mehr Aufwand betreiben und würden im Keller noch viel größere Verluste riskieren.

 

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