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AKTUELLES | Coronalage verschärft sich in Indiens Nordosten dramatisch

(aktuelle Situation in Kolkata, Darjeeling, Assam usw.)

Am vergangenen Mittwoch (05.05.2021) verfügte die Regierung des indischen Bundesstaates West-Bengalen, in dem auch die Teeanbaugebiete Darjeeling, Sikkim, Dooars und Terai liegen, unter anderem dass nur noch 50% der Arbeiter je Schicht arbeiten dürfen. Dies dürfte zu erheblichen Produktionsausfällen in den Teegärten führen.

Ferner wurden alle Vor-Ort Züge, die z.B. Millionen von Pendlern täglich nach Kolkata (Kalkutta) bringen, für 14 Tage eingestellt. Alle Straßen- und Eisenbahntransporte wurden auf 50% des üblichen limitiert.

Die Öffnungszeiten von Banken, öffentlichen Stellen usw. wurden stark eingeschränkt. Nicht-Lebensmittelläden müssen schließen und alle Reisende, die von außen in den Bundesstaat einreisen müssen einen negativen PCR-Test vorweisen.

Seit 4. Mai gilt auch für Assam eine strikte Ausgangssperre von 18 Uhr abends bis 5 Uhr morgens. Selbst Lebensmittelverkaufsstätten müssen schon ab 14 Uhr, teilweise schon ab 12 Uhrschließen.

Inwieweit das alles im bekanntermaßen stark korruptionsanfälligen Indien wirklich konsequent umgesetzt wird, bleibt abzuwarten.

OASIS hat für Sie auch bei den lokal erscheinenden Zeitungen Indiens recherchiert:

Die „Siliguri-Times“ (Siliguri ist die Distrikthauptstadt am Fuße Darjeelings) meldete am 1. Mai, 408 neue Coronafälle innerhalb von 24 Stunden. Der Darjeeling Chronicle meldet für den 5.Mai allein für den Bezirk Darjeeling 440 neue Coronafälle.

Die in Guwahati erscheinende „Assam-Tribune“ berichtet für den 4. Mai von 4475 neuen Fällen (gesamt in Assam nun ca. 2,7 Millionen Fälle).

Ebenfalls in Guwahati (Assam) erscheint der „Eastern Chronicle“ und meldet für den 6. Mai 4826 neue Fälle in Assam. Ein Teegarten in Dibrugarh (Assam) sei am 5. Mai vollständig unter Quarantäne gestellt worden, nachdem 90 der Arbeitern infiziert seien, so der Eastern Chronicle weiter.

Ferner berichtet die Assam-Tribune, dass der 1. Sekretär des Bundesstaates, Jishnu Baruah, die Zentralregierung in Delhi am 5. Mai dringend um Aufstockung der Corona-Testkapazitäten, gebeten hat. Daneben müsse vor allem auch die Sauerstoffversorgung deutlich verbessert werden, so Baruah weiter. Die Regierung von Assam sei dabei, in allen Krankenhäusern die Kapazitäten für Covidpatienten deutlich auszubauen.

All das ist nur ein kleines Schlaglicht und bildet vermutlich nicht das Infektionsgeschehen in den ländlichen Gebieten und in den Teegärten selbst ab. Gerade in den ärmeren ländlichen Gebieten ist damit zu rechnen, dass das marode und oft nur für Vermögende erreichbare Gesundheitssystem Indiens, keine flächendeckenden Testmöglichkeiten anbietet. Und, dass die tatsächliche Situation weit schlimmer ist als es die veröffentlichten Zahlen glauben machen. Dazu kommt, dass gerade in den ländlichen Gebieten die Krankenhäuser nur minimale Ausstattung und rudimentäre Behandlungsmöglichkeiten bieten können. Immerhin gibt es in vielen Teegärten, vor allem in Assam immerhin eigene kleine, wenn auch einfache Krankenhäuser.

Aktuell hat jetzt auch der Monsun eingesetzt, was die ohnehin miserablen Straßen im Nordosten Indiens oft unpassierbar und damit die Versorgungslage noch prekärer macht. Es ist kaum damit zu rechnen, dass hier internationale Hilfe ankommt, wie sie ja gerade auch aus Deutschland anläuft.

 

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