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AKTUELLES | Coronavirus – Indien macht für 3 Wochen komplett dicht

Premierminister Modi verhängte am vergangenen Mittwoch (25. März 2020) einen kompletten lockdown für ganz Indien. Davon sind immerhin 1,3 Milliarden Menschen auf dem Subkontinent betroffen. Wie bei uns wurden alle Schulen, Universitäten etc. geschlossen, aber auch große Teile der öffentlichen Infrastruktur. Die Menschen dürfen die Häuser nicht mehr verlassen.

Für ein so riesiges Land mit einer vor allem in ländlichen Gebieten desolaten Gesundheitsversorgung stellt das Virus eine gewaltige Herausforderung dar. Noch sind die bestätigten Zahlen relativ niedrig, aber dies wird sich sicherlich sehr schnell ändern und die Zahlen werden landesweit stark steigen. Es ist auch davon auszugehen, dass angesichts kaum vorhandener intensivmedizinischer Möglichkeiten die Todesrate sehr hoch werden dürfte.

Corona und die Auswirkungen in den Teegärten

Das hat auch schwerwiegende Folgen für die Teeindustrie. Alle Teegärten wurden geschlossen und niemand darf mehr arbeiten. Das ist gerade jetzt in der wichtigen First Flush Periode ein harter Schlag.  Der indische Staat hat zwar angekündigt, dass er den Teearbeitern und den Teegärten helfen will, aber was dann wirklich vor Ort ankommt, das muss sich erst noch herausstellen. 

Das wird voraussichtlich bedeuten, dass vor allem aus Darjeeling sehr viel weniger vom begehrten „first flush“ produziert werden kann, da die Ernte ja gerade erst anfing und nun schon wieder gestoppt werden muss. Wenn der Tee einige Zeit nicht gepflückt werden kann, dann müssen die Büsche vor der nächsten Ernterunde erst wieder zurückgeschnitten werden, was weitere Verluste bedeutet.

Die Firmen, wie auch der Staat haben verfügt, dass niemand mehr aus einem Teegarten heraus oder hinein darf, was auch kontrolliert und protokolliert wird. Diese Kontrolle wird in vielen Teegärten auch in normalen Zeiten so gehandhabt, zumindest beim Zutritt zu den Fabriken. Eine gewisse Infrastruktur und Übung sind hierfür also schon vorhanden. 

In Assam z.B. arbeiten in über 850 Teegärten immerhin etwa 750.000 Menschen. In Nordbengalen (Dooars, Darjeeling, Terai) arbeiten ca. 400.000 Menschen in den Teegärten und 2,5 Millionen Menschen leben direkt in und natürlich von den Gärten.

Staatliche Stellen haben die Leitung der Teegarten-Krankenhäuser übernommen. Jedenfalls wurde das so verfügt. Es darf aber bezweifelt werden, dass der indische Staat in abgelegenen Gegenden, wie z.B. Assam, auch nur annähernd genügend medizinisches Personal hierfür zur Verfügung hat. Gleichzeitig werden alle Teegartenbewohner in persönlicher Hygiene geschult. Die Teefirmen stellen den Beschäftigten, soweit möglich und zu beschaffen, ebenfalls Seifen zur Verfügung und haben die Anzahl der Waschmöglichkeiten erhöht oder sind dabei. 

Die Regierung von Assam hat gerade die Produktion von 10 Millionen Flaschen Handdesinfektionsmittel in Auftrag gegeben, die dann zu staatlich festgelegten, niedrigen Preisen verkauft werden sollen. Die Zentralregierung in Neu Delhi hat große Summen für die Behandlung von Coronapatientien zugesagt. 

Unsere indischen Partner berichten davon, dass es auch in Indien zu massiven Hamsterkäufen gekommen ist. Die Preise für Grundnahrungsmittel sind vielerorts um über 50% gestiegen. So stieg z.B. der in Indien so wichtige Preis für Zwiebeln, die eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel darstellen, von 20 auf 30 Rupien je kg. Und das trotz staatlich festgelegter Höchstpreise. 

Gestern früh erreichte uns die Meldung, dass Indien alle Vorräte und die komplette Produktion von Hydroxichloroquin beschlagnahmt und verfügt hat, dass nichts mehr davon exportiert werden darf. Das Mittel wird für die Behandlung von Coronaerkrankten diskutiert. Auch die deutsche Bundesregierung hat sich letzte Woche größere Mengen gesichert. Allerdings weiß noch niemand, ob und mit welchen Nebenwirkungen dieses Medikament bei der Behandlung von Coronakranken wirkt. Allgemein bekannt ist, dass es in der Malariaprophylaxe bei längerer oder hochdosierter Behandlung zu Erblindungen führen kann. 

Wir halten Sie auch weiterhin auf dem Laufenden.

 

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