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AKTUELLES | So leben wir in Indien in Zeiten von Corona

Corona Pandemie in Indien - unser Freund, Subhash Khaitan aus Kalkutta, mit dem ich seit über 30 Jahren eng befreundet bin, berichtet heute über die Auswirkungen des Virus auf die Teeindustrie in Indien, aber auch über seine ganz persönliche Situation und die seiner Familie:

 

So leben wir in Indien in Zeiten von Corona

Seit März ist die Corona-Pandemie in ganz Indien voll ausgebrochen, d.h. fast seit Beginn der Teesaison.

Die Teeplantagen waren ebenfalls betroffen, und gemäß den Regierungsbestimmungen wurde alles von heute auf morgen abgeriegelt, einschließlich der Teeplantagen in ganz Indien.

Die Produktion litt während des First Flush (auch in Darjeeling) massiv (wir berichteten).

Nach etwa zwei Monaten, d.h. im Mai, entspannte sich die Situation ein klein wenig und die Teeplantagen durften ihren Betrieb aufnehmen. Aber jeweils nur mit 33% der Belegschaft.

Dies war leider ein ziemlich vergeblicher Versuch, da die Teeplantagen immer vollen Arbeitseinsatz und volle Aufmerksamkeit brauchen bzw. sogar voll laufen müssen.

Im Juni entspannte sich die Situation noch etwas weiter, da die Regierung ab dann den vollen Betrieb mit allen Arbeitern erlaubte. Aber nun kam der Monsun und mit ihm, die in diesem Jahr besonders verheerenden Überschwemmungen. Gegenwärtig ist noch immer der halbe Nordosten Indiens überflutet.

Man kann sich die Ernteausfälle in diesem Jahr nicht einmal annähernd vorstellen. Der Teeindustrie geht es per se schon seit geraumer Zeit ohnehin nicht mehr gut.

Stellen Sie sich die größten Teeproduzenten vor: Die Firma Magors hat wegen der Probleme fünfzig Prozent ihrer Teeplantagen in Assam verkauft. Sie sind aktuell nicht in der Lage, noch mehr zu verkaufen, da es aufgrund der schleppenden Situation keine Käufer gibt.

Jetzt muss man abwarten und beobachten, wie die Jahreszeiten und das Virus voranschreiten.

Erschwerend kommt hinzu, dass es coronabedingt und wegen der Überschwemmungen große Problem mit dem Transport des produzierten Tees gibt. Der Tee kommt nicht, oder nur sehr eingeschränkt von den Teegärten in den Hafen oder zu den Aufkäufern. Die überlebensnotwendigen Exporte haben sich dadurch ebenfalls verzögert.

 

Nachfolgend gebe ich Ihnen noch einige Informationen zu unserer ganz persönlichen Situation hier in Kolkata (Kalkutta):

Ab dem 21. März gab es einen strengen lockdown für ganz Indien.

Seitdem mussten wir alle zu Hause bleiben. Etwa 100 Tage lang war keinerlei Ausgang erlaubt.

Jetzt gibt es in einigen Gebieten wenigstens eine gewisse Entspannung, aber die Bewegungsmöglichkeiten sind weiterhin stark eingeschränkt.

Mehr noch, alle Senioren und Kinder unter 10 Jahren dürfen das Haus immer noch nicht verlassen.

Da es in unserer großen Familie (wir wohnen alle in einem großen Haus mit mehreren Wohnungen und Stockwerken)  Senioren wie auch Kinder gibt, sitzen wir alle praktisch seit Monaten zu Hause fest (Selbstquarantäne).

Wir wissen nicht, wie lange diese Coronaproblematik noch andauern wird, da sie sich immer noch täglich ausbreitet. Die medizinische Infrastruktur in Indien ist eh ein riesengroßes Problem (noch viel mehr für Menschen mit kleinem Einkommen) und gerade hier in Kalkutta steigen die Coronazahlen noch immer steil an, genauso wie in vielen Regionen des Nordostens wo sich auch die großen Teeanbaugebiete (Assam, Dooars, Darjeeling, Terai) befinden.

Ich hoffe, dass bald ein Impfstoff zur Verfügung steht um das Problem weitgehend zu umgehen - aber bis dahin ?????

Subhash Khaitan, Kolkata am 20 Juli 2020

 

Hinweis: aktuelle Zahlen zu Corona in Indien finden Sie hier (englisch): Stand 20.07.2020

Bestätigte Infektionen: 1.118.043

Verstorbene: 27.497

Genesene: 700 087

Erkrankte: 390 459

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